2. Tag: Denver & die Rockies

Um sieben Uhr heißt es aufstehen, schließlich sind wir hier, um was zu erleben und nicht im Urlaub.
Die Tourleitung hat wie schon auf unserer letzten Reise 2002 ATI, Mark ist der Reiseleiter, von dem wir gestern schon das Willkommenspaket bekommen haben.
Er ist gebürtiger Amerikaner, war aber ein paar Jahre in Deutschland und spricht die Sprache entsprechend gut. Allerdings läßt sich ein amerikanischer Akzent genauso schwierig verbergen wie ein fränkischer Dialekt. Und spätestens bei der, die und das gibt sich der Nicht-Muttersprachler zu erkennen. Wobei, wir sind uns ja selbst nicht einig bei unseren bestimmten Artikeln, schließlich will sich selbst der Duden nicht verbindlich festlegen, ob es jetzt das Blog oder eben doch der Blog heißt.

Im nagelneuen Setra S417 wird uns Bryan von Arrow Stage Lines die nächsten zwei Wochen durch Amerikas Westen kutschieren.
Nach einer kurzen Besichtigung der Regierungsgebäude des Staates Colorado und der Stadt Denver geht es raus aus der Stadt. Vorher muss aber noch die wichtige Frage geklärt werden, warum Denver auch „Mile High City” genannt wird. Und warum die Stufe des Capitols, die eben genau diese eine Meile über dem Meeresspiegel liegt, in jedem Reiseführer eine andere Zahl hat. Es ist halt wie immer, wenn man drei Professoren fragt, dann hat man am Ende vier Meinungen.
Auf der Colfax Avenue, der angeblich längsten Stadtstraße der USA, geht es Richtung Rockies. Wer weiß, wie dehnbar die Amerikaner den Begriff „City Limits” auslegen, der wundert sich aber nicht weiter, dass die Bebauung auf dieser Straße mit jeder Meile dünner und weniger stadtähnlich wird.

In der Ferne sind bereits die Rocky Mountains zu sehen, die gestern noch von einer Dunstglocke verdeckt wurden. Kurz vor eins ist der Nationalpark erreicht. Zwischendurch ein kurzer Stop am Supermarkt, Vorräte auffrischen. Bei dem, was da der ein oder andere an Tüten in den Bus schleppt, brauchen wir die nächsten zwei Wochen gar keinen Stop mehr machen…
Ich finde nicht so recht, was ich suche, aber es gibt einen Mini-Starbucks (Shop-in-Shop würde man bei uns wohl neudeutsch dazu sagen) und damit wenigstens vernünftigen Kaffee. Zu eher unvernünftigen Preisen.
In den Rockies geht es vor allem eines: aufwärts. Schnell sind mehrere hundert Höhenmeter überwunden, zahlreiche Haarnadelkurven später bieten sich atemberaubende Aussichten. Am alpinen Besucherzentrum geht es dann nur noch zu Fuß weiter bis auf 12005 Fuß. Bäume gibt es auf dieser Höhe längst keine mehr, fließend Wasser auch nicht, wo soll auch der Druck herkommen? Lediglich etwas Schnee hat sich noch gehalten.

Auf dem Weg nach unten gib es noch einmal landschaftlich beeindruckende Aussichten auf die Rockies zu genießen. Der Waldbestand ist hier subjektiv gesünder, es gibt wesentlich weniger von Schädlingen befallene Bäume, die sich aufgrund zu geringer Niederschläge nicht mehr die Kraft haben, sich erfolgreich gegen die Schmarotzer zu wehren, als auf dem Weg nach oben.

Um sechs Uhr haben wir Cheyenne erreicht. Der erste Weg führt durch die anläßlich des großen Rodeos geschmückten Straßen zum Capitol des Staates Wyoming. Zwei Capitole an einem Tag. Wow!

Weiter geht es zum Big Boy im Holiday Park. Der Zaun um UP 4004 nimmt der größten jemals gebauten Dampflokomotive dann doch etwas von ihrer majestätischen Ausstrahlung. Aber es ist trotzdem beeindruckend, einen der acht erhaltenen Big Boys in Lebensgröße vor sich zu sehen.
Auf dem Weg zurück zum Hotel geht es noch einmal über die weit verzweigten Bahngleise der Union Pacific, die die Stadt 1867 urspünglich als Endpunkt gegründet hat. Am alten Betriebswerk steht viel UP-Historie herum, teilweise in erbärmlichen Zustand, lediglich eine F7 macht noch einen recht gut erhaltenen Eindruck.

One Response to “2. Tag: Denver & die Rockies”

  1. Blogpotato » Archiv » Urlaub! [3x upd] Says:

    [...] [update-150806] Unglaublich aber wahr, genau einen Monat später habe ich es mal geschafft, den zweiten Tag (Denver & die Rockies) abzutippen. [...]

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