1. Tag: Anreise und Ankunft in Denver
Let’s go, Amiland wartet. Also erstmal zum Flughafen. Die Straßenbahnlinie 52 bringt uns zu Bahnhof, die S8 zum Flughafen. Hält an jeder Milchkanne, kostet aber dank „Zug zum Flug” nichts.
Am Frankfurter Flughafen ist die Hölle los. Kein Wunder, Hauptreisezeit. In Terminal 1, Halle A, kann man die Leute stapeln. Gut, dass wir in Halle B einchecken. Schlecht, dass die Beschilderung so mäßig ist und wir uns erstmal bis in Halle A durchgearbeitet haben. Also zurück, der Check-In ist schnell und problemlos, der Hickhack folgt im Anschluß. Mehrmals abgetastet und durchleuchtet ist dann doch endlich Flugsteig B25 erreicht.
Auf der Parkposition steht auch schon eine Boeing 747, aber von der United. Doch ein Star Alliance Flug, den die Lufthansa nicht selber fliegt? Nein, eine Stunde vor dem geplanten Take-Off um 13:50 wird die United-Maschine weggeschleppt und ein Lufthansa-Jet in Star Alliance-Lackierung und mit Fußball an der Nase nimmt die Position ein. Durch die Blockade verschiebt sich die Abflugszeit und nach dem Boarding hat der Kapitän noch eine Hiobsbotschaft: Eine Startbahn wurde wegen starker Nordwinde gesperrt, der daraus resultierende Stau auf den verbliebenen beiden wirk sich natürlich wenig positiv auf die Startzeit aus und so ist es 14:45, als die 747 letztmalig deutschen Boden berührt.
Keine zwei Stunden später sind wir in Denver, Colorado. Dummerweise mit acht Stunden Zeitverschiebung dazwischen. Und ich bin mir immer noch nicht sicher, was bei Langstreckenflügen besser ist: Fensterplatz, um mal einen Blick auf Grönland zu erhaschen, dafür aber alle paar Stunden den Rest der Reihe aufscheuchen, um sich mal die Beine zu vertreten oder Gangplatz mit problemlosen Klozugang, dafür aber mit Sitznachbarn, die einen alle paar Stunden unnötigerweise aufscheuchen.
Am Fenster fällt einem aber vor allem auf, dass man unendliche Ackerflächen, zunächst rechteckig mit analogem Straßenverlauf, später aufgrund anderer Bewässerungstechniken rund, aber noch immer schnurgeraden Straßen, überfliegt, aber selbst kurz vor Denver von einer Stadt nichts zu sehen ist.
Der Grund wird schnell klar, nachdem wir nach dem Empfang am Flughafen mit dem SuperShuttle in die Stadt fahren. Vorher gilt es aber noch, die Einreisebehörde davon zu überzeugen, dass man dem Land nichts Böses will. Und während gut gelaunte Freiwillige in standesgemäßer Cowboy-Kleidung die Einreisenden auf die einzelnen Schalter verteilen, hat der abfertigende Beamte sichtlich weniger Spaß an seinem Job. Fingerabdruckscanner, Foto und nervende Fragen lassen einen schon ins Grübeln kommen, ob man hier Willkommen ist.
Aber zurück zum SuperShuttle. Der Empfang hinter dem Einreiseschalter ist herzlich, der Fahrer gut drauf und der Verkehr flüssig. Trotzdem dauert die Fahrt über eine Stunde und so ist es 18:30, als uns der kleine blaue Bus am Hotel absetzt. Eine der Verkehrsführung geschuldete Fahrt durch Downtown Denver inklusive. Auch da hat wohl irgend ein Stadtplaner nicht aufgepasst.
Nachdem die Footballer derzeit nicht spielen und somit im Stadion der Denver Broncos, das direkt neben dem Hotel liegt, kein Spiel stattfindet, geht es mit dem Hotelshuttle nochmal Richtung Downtown. Der Bus ist aber kurz vorher weg und aus den angekündigten fünf Minuten, bis er wieder auftauchen soll, werden schließlich 45, die sich aber dazu nutzen lassen, erste Kontakte zu Mitreisenden zu knüpfen.
Die 16. Straße, Denvers Einkauffstraße und eine für amerikanische Verhältnisse eher untypische Fußgängerzone, sieht man vom MallShuttle, das alle 90 Sekunden fährt und zahlreichen Pferdegespannen ab, wirkt aber lange nicht so gemütlich wie die Teile, die man vom SuperShuttle aus sah. Auch die ständig präsenten Polizisten und privaten Sicherheitsdienste wollen nicht dafür sorgen, das es beruhigender wirkt. Zum ersten Einkaufen reichts aber. Und dann noch kurz mit dem MallShuttle zum Bahnhof.
Dort geht es bedeutend ruhiger zu und die in der hektischen Einkaufsstraße vermisste Gemütlichkeit kommt zurück: Ein schön angelegter Bahnhof, viel Grün und hübsche Gebäude in Klinkerbauweise. Mit dem Shuttle geht es anschließend zurück zum Hardrock Cafe, denn dort ist für 21:30 der Hoteltransfer bestellt. Vorher noch kurz einen Blick auf die Straßenbahn erhascht – auch eher untypisch für die USA. Um halb zehn ist natürlich kein Hotelshuttle da. Die abermalige Verspätung, dieses mal sind es aber ‘nur’ fünfzehn Minuten, belegen, dass Pünktlichkeit eben doch eine deutsche Tugend ist.
Und nachdem der Fahrer vor dem Abliefern am Hotel noch ein paar gute Feunde zur Sauftour in der Stadt auslädt, ist das Trinkgeld für die Heimfahrt gestrichen.
